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2019

Arbeitsplatzbeschreibung – Aufbau, Inhalt und Vorteile

Eine Arbeitsplatzbeschreibung dokumentiert detailliert die Aufgaben und Pflichten eines Mitarbeiters. Insbesondere im öffentlichen Dienst (TVöD) ist die Arbeitsplatzbeschreibung üblich. In der freien Wirtschaft wird der Begriff "Stellenbeschreibung" synonym dazu verwendet.

Eine Arbeitsplatzbeschreibung oder Stellenbeschreibung wird eingesetzt, um

  • dem Arbeitnehmer Aufgaben zuzuweisen und
  • um zu dokumentieren, zu welchen Tätigkeiten der Mitarbeiter verpflichtet ist.

Arbeitsplatzbeschreibung - keine Pflicht

In einer Arbeitsplatzbeschreibung sind sämtliche Tätigkeiten als Liste aufgeführt und meist mit einem zeitlich prozentualen Anteil versehen. Im öffentlichen Dienst dient die Arbeitsplatzbeschreibung auch dazu, das Gehalt mit Hilfe der Entgeltgruppen zu bestimmen.

Der Arbeitgeber ist rechtlich nicht dazu verpflichtet, eine Arbeitsplatzbeschreibung bzw. Stellenbeschreibung zu erstellen, oder diese in den Arbeitsvertrag aufzunehmen. Er muss jedoch eine Charakterisierung der Stelle vornehmen. Oft werden im Vertrag dann lediglich die Funktion und der Titel einer Stelle genannt und der zugehörige Aufgaben- und Verantwortungsbereich des Mitarbeiters grob umrissen. Im Streitfall muss der Arbeitnehmer dann anderweitig ableiten, welche Pflichten wahrzunehmen sind.

TIPP: Wer sich dafür entscheidet, eine Arbeitsplatzbeschreibung zu nutzen, sollte zwar alle wichtigen Informationen aufnehmen, sie sollte aber dennoch nicht zu umfangreich sein. Am besten sollte sie kein fester Bestandteil des Arbeitsvertrags sein, damit sie jederzeit überarbeitet oder verändert werden kann und der Arbeitgeber dadurch flexibler bleibt.

Ganz darauf zu verzichten ist ebenso fraglich: Denn eine Arbeitsplatzbeschreibung bietet natürlich auch Vorteile. Zum Beispiel ist sie für die Personalplanung und bei der Zeugniserstellung hilfreich. In der Personalplanung ist der Einsatz als Führungs- und Organisationsinstrument möglich. Dadurch können die Anforderungen an den Stelleninhaber dokumentiert werden. Oder die Beschreibung dient einfach als beiderseitige Informationsquelle.

Tätigkeitsbereiche, die zu einer Stelle gehören, verändern sich jedoch ständig. Auf einem gesonderten Formblatt können daher beispielsweise Änderungen aus der Praxis notiert werden, um sie schließlich nach einiger Zeit in die Arbeitsplatzbeschreibung einzuarbeiten. Die Arbeitsplatzbeschreibung bildet im Idealfall auch die Basis für das daraus abzuleitende Anforderungsprofil. Allerdings sollte sie immer unabhängig vom (aktuellen oder zukünftigen) Stelleninhaber erstellt werden und rechtlich sauber und diskriminierungs freiformuliert sein.

Arbeitsplatzbeschreibung: So gehen Sie vor

Beim Erstellen einer Arbeitsplatzbeschreibung sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Was ist das Ziel der Stelle? (Schwerpunkte und Aufgaben?)
  • Warum gibt das Unternehmen für die Stelle Geld aus? (Was ist der Bedarf, welche Kompetenzen sind notwendig?)
  • Was ist der Beitrag zum Ganzen? (Gesamtkontext und Verantwortlichkeit?)

In jedem Unternehmen sollte dann auf das einheitliche Formular zur Stellenbeschreibung zugegriffen werden können, welches von allen Abteilungen und Hierarchieebenen verwendet werden kann.

Überarbeiten Sie die Stellenbeschreibung innerhalb eines festen Turnus. Die Reihenfolge der Tätigkeiten darin muss immer durch den Umfang der Stunden bestimmt sein: Arbeitsschwerpunkte mit hohem prozentualem Anteil werden oben gelistet. Für die Inhalte gibt es keine Kriterien, jedes Unternehmen entscheidet selbst, sollte sich aber überlegen, aus welchem Grund Stellenbeschreibungen eingeführt werden und was relevant ist.

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