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2019

E-Recruiting – eine Definition

Der Begriff E-Recruiting bezeichnet die digitale Form der Personalbeschaffung. Seine Ursprünge hat das E-Recruiting im Entstehen der ersten Online-Jobbörsen Ende der 1990er Jahre. Heute läuft der gesamte Recruiting-Prozess von der Stellenausschreibung bis zum Vorstellungsgespräch normalerweise elektronisch und internetbasiert ab.

Die Personalbeschaffung gehört zu den Kernaufgaben jeder betrieblichen Personalabteilung. Mit dem E-Recruiting eröffnen sich neue Möglichkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und zu rekrutieren. So können zum Beispiel relevante Social Media Plattformen wie LinkedIn oder Xing gezielt und aktiv nach geeigneten Bewerbern durchsucht werden. Mit Google for Jobs bringt seit Mai 2019 eine neue Plattform frischen Wind ins Thema E-Recruiting im deutschsprachigen Raum.

Neben der elektronischen Veröffentlichung von Ausschreibungen wird auch der Bewerbungsprozess selbst durch elektronische Mittel (E-Assessments, digitales etc.) vereinfacht. Zu den größten Vorteilen von E-Recruiting zählen nicht zuletzt die deutlich kürzeren Durchlaufzeiten und Kosten je Bewerbung.

So komplex und vielfältig wie heute war Recruiting noch nie. Mehr denn je konkurrieren Unternehmen in Zeiten von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und digitaler Transformation um die cleversten Köpfe. Gleichzeitig eröffnen sich immer neue Wege, um geeignete Bewerber zu gewinnen. Erfahren Sie mehr in unserem kostenlosen Whitepaper Recruiting - eine Einführung.

Kanäle des E-Recruitings

Da das Schalten einer Stellenanzeige in Jobbörsen, ob nun klassisch in Print oder Online in Jobbörsen, heutzutage oftmals einfach nicht mehr ausreicht um geeignete Bewerber zu finden, kommen beim E-Recruiting ständig neue Kanäle hinzu.

E-Recruiting meint unter anderem Rekrutierungskanäle wie:

  • Unternehmens-Webseite/speziell Karriere-Webseite
  • Social Media Plattformen
  • Online-Stellenbörsen
  • Mobile Recruiting (gemeint ist sowohl die Anpassung der Webseiten an Mobile Devices, aber auch spezielle Recruiting-Apps)
  • (Job-)Newsletter und RSS-Feeds zu Stellenanzeigen

Eine aktuelle Umfrage der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg im Auftrag der Monster Worldwide Deutschland GmbH zeigt, wie sehr sich die elektronische Personalbeschaffung durchsetzt: 88,5 % der offenen Stellen werden auf der eigenen Unternehmens-Webseite ausgeschrieben. Immer noch 72 % über Online-Stellenbörsen. Und lediglich 12,6 % der Stellen werden noch in Printmedien ausgeschrieben.

Recruiting im Web – mobil suchen, stationär bewerben?

Stellenausschreibungen online zu veröffentlichen ist heute selbstverständlich. Unternehmen dürfen aber nicht vergessen, dass es allein damit nicht getan ist. Findet das Recruitment online statt, weckt das bei potentiellen Kandidaten auch eine bestimmte Erwartungshaltung.

Idealerweise führt die Ausschreibung direkt zu einem komfortablen Bewerbungs-Workflow. Die Bewerberdaten sollten schnell und einfach eingegeben werden können und das System muss einen seriösen Eindruck vermitteln. Denn nur so fühlen sich Kandidaten schon am Anfang des Bewerbungsprozesses wohl und wissen, dass ihre Daten „in guten Händen“ sind. Nach dem Versand der Bewerbung erwarten die meisten Nutzer darüber hinaus möglichst bald eine Eingangsbestätigung.

Das Recruiting im Web erreicht Bewerber mit den unterschiedlichsten Endgeräten. Der Anteil der Zugriffe über Smartphones und Tablets nimmt mit jedem Jahr zu. Schon heute finden über 60 % des Datenverkehrs mit mobilen Endgeräten statt. Die Karriere-Seiten auf der Unternehmens-Website müssen
daher unbedingt für den mobilen Zugriff optimiert sein.

Bezogen auf die Personalgewinnung lässt sich aktuell noch feststellen: Ein beträchtlicher Anteil der Kandidaten surft und sucht mobil. Für die Bewerbung selbst greifen die meisten dann aber doch auf den PC oder Laptop zurück. Das hat zwei Gründe. Zum einen bestehen teilweise Vorbehalte gegenüber dem Versand dermaßen sensibler Daten via Smartphone. Zum anderen sind die mobilen Bewerbungsverfahren oftmals schlicht noch nicht zufriedenstellend umgesetzt. Hier können sich Unternehmen mit relativ einfachen Mitteln positiv von der Konkurrenz absetzen!

Vorteile von E-Recruiting

Die digitale Form der Personalbeschaffung revolutioniert den gesamten Bewerbungsprozess, denn E-Recruiting bietet Vorteile für Unternehmen und auch für Bewerber. E-Recruiting ist schneller, kostengünstiger und minimalisiert den Aufwand. Die Personalbeschaffung mithilfe von E-Recruiting-Software bietet diese Vorteile:

1. Auswahl und Matching

Online-Bewerbungen ermöglichen eine bessere Vergleichbarkeit der Bewerber und damit auch eine gezieltere Vorauswahl. Spezielle E-Recruiting-Software geht dabei noch einen Schritt weiter, denn durch Matching-Verfahren werden Anforderungs- und Bewerbungsprofile systematisch abgeglichen.

2. Kosten und Zeit

Im Vergleich zu einer Stellenanzeige in Printmedien ist die Online-Veröffentlichung einer Stellenanzeige kostengünstiger. Denn Anzeigen können sehr schnell und flexibel geschaltet werden. Auch die Personalkosten für die Bearbeitung einer Bewerbung sollten in der Regel geringer sein. Zum Beispiel entfällt das Übertragen von Papierbewerbungen in das IT-System. Außerdem können sowohl für das Unternehmen als auch für den Bewerber die Kosten gesenkt werden, da weder Material noch Portokosten für aufwendige Bewerbungsmappen anfallen (führt auch zu einer positiven Candidate Experience). Man muss die Stelle also nur einmal intern erfassen und kann sie dann in den unterschiedlichen Medien ausschreiben. In intelligenten Systemen reicht ein Mausklick, um die Anzeigen gleich auf unterschiedlichen Plattformen live zu stellen. Mit Hilfe einer E-Recruiting Software haben Sie außerdem die Möglichkeit kostengünstig einen Kandidaten-Pool aufzubauen, auf den Sie bei der nächsten freien Stelle zugreifen können.

3. Wettbewerbsvorteile und Image

Die webbasierte Suche ermöglicht eine gesteigerte Reichweite der Stellenangebote und erhöht damit die Anzahl der Bewerber. Das sichert einen Wettbewerbsvorteil und hat auch einen Einfluss auf das positive Image als Arbeitgeber. Durch das gezielte Verlinken der Stellenanzeige in einer Jobbörse zur unternehmenseigenen Website sind außerdem detaillierte Informationen zu Stellen, Unternehmensstruktur etc. für die Bewerber abrufbar. Der Kontakt zwischen Unternehmen und Bewerbenden kann direkt per E-Mail erfolgen. Z. B. kann der Bewerbungseingang mit einer automatischen Rückantwort bestätigt werden, das sorgt für Transparenz beim Bewerber. Durch die Nutzung von Mailing-Bewerberlisten kann außerdem zu nicht eingestellten Bewerbenden, die sich im Talent-Pool befinden, weiterhin Kontakt gehalten werden.

4. Verfügbarkeit und Aktualität

Online Stellenangebote sind rund um die Uhr verfügbar und überall erreichbar (das erleichtert auch die überregionale Suche). Dazu sind die meisten Online-Jobanzeigen über einen längeren Zeitraum verfügbar als eine Print-Anzeige. Die Anzeigedauer kann bei Bedarf problemlos verlängert werden. Dazu kommt, dass Online-Stellenanzeigen stets aktuell sind bzw. schnell angepasst werden können (bspw. um das gesuchte Anforderungsprofil zu aktualisieren).

5. Flexibilität und Gestaltung

Online-Stellenanzeigen lassen sich wesentlich flexibler gestalten als klassische Jobanzeigen. Denn Bilder, Videos oder Links lassen sich flexibel in die Anzeige einbauen. Außerdem lassen sich alle Inserate bereits im Bewerbermangement-System individuell und mit wenigen Klicks an das CI des Unternehmens anpassen.

Softwarelösungen zum E-Recruiting

E-Recruiting umfasst nicht nur eine Vielzahl an Rekrutierungskanälen, sondern auch die unterstützenden Softwarelösungen. Denn ohne den Einsatz einer professionellen Recruiting-Software kann E-Recruiting heute kaum noch professionell durchgeführt werden.

Effiziente E-Recruiting-Systeme helfen beim gesamten Bewerbermanagement. Neben der Veröffentlichung der Stellenanzeige auf der Unternehmens-Webseite und in Jobportalen unterstützen sie die HR-Abteilung auch bei weiteren Aufgaben. Dazu gehören die rasche Bearbeitung von eingehenden Bewerbungen, die Organisation von internen Talent-Pools sowie das Controlling. Um Top-Kandidaten zu gewinnen erfordert E-Recruiting ein Umdenken: Der Bewerber wird als Kunde gesehen, der seinerseits umworben wird.

Sie planen die Einführung einer geeigneten Software? Dieser Beitrag bietet Ihnen einige Praxis-Tipps zur Einführung von Personalsoftware.

Die Bewerbersicht auf das E-Recruiting

Die Bewerberwahrnehmung von Einstellungs- und Auswahlprozessen ist zu einer wichtigen Zielgröße im Online Recruitment gereift. Dafür gibt es gute Gründe: Die Verhältnisse am Arbeitsmarkt haben sich gedreht. Bewerber sind nicht nur in Mangelbereichen wählerischer geworden - schlecht gestaltete Prozesse können potentielle Arbeitgeber für Bewerber disqualifizieren. Außerdem teilen die Talente von Morgen ihre Erfahrungen heute im Social Web. Negative Erfahrungsberichte sind Gift für die Employer Brand.

Wird ein E-Recruiting-Tool eingesetzt, sind für die Bewerberwahrnehmung zwei Faktoren besonders wichtig. Diese sind zum einen eine hohe wahrgenommene Nutzerfreundlichkeit – heute ein absolutes Muss für jedes E-Recruitment-Tool, und zum anderen der wahrgenommene Nutzen der eingesetzten HR Software. Letzteres bezieht sich insbesondere auf praktische Aspekte, wie die Möglichkeit für Bewerber, sich schnell auf mehrere Stellen bewerben zu können oder auch darauf, einen ersten Einblick vom zukünftigen Team gewinnen zu können. Beides bietet Bewerbern einen erlebbaren Nutzen.

Es gibt natürlich noch weitere Aspekte der Bewerberwahrnehmung, die kurzfristig nur geringfügig beeinflusst werden können. Zum Beispiel die allgemeine Unternehmensreputation oder manche Branchenspezifika. Wenn die Grundregeln im Prozess aber beachtet werden, die eingesetzten Online Recruitment Tools nutzerfreundlich sind und erkennbaren Mehrwert bringen, dann steht einer guten Candidate Experience nichts mehr im Wege.