Mobile Recruiting: es führt kein Weg vorbei

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02
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2016

Mobile Recruiting bedeutet Personalgewinnung über ein mobiles Endgerät, z.B. ein Smartphone oder ein Tablet.

Wird sich Mobile Recruiting durchsetzen?

Definitiv ja.

Noch vor ca. 10 Jahren wurde diskutiert, ob Unternehmen auf Papier- oder Online-Bewerbungen setzen sollen. Letzteres, moderneres hat sich – nicht ganz überraschend - durchgesetzt. Von daher ist es wohl ziemlich sicher, dass Mobile Recruiting sich flächendeckend behaupten wird. Denn mittlerweile ist nahezu alles und v.a. in jeder Lebenslage per Smartphone möglich: Taxi bestellen, Lebensmittel einkaufen, Flug buchen, Finanzen checken etc. Apps vereinfachen schlichtweg unser Leben.

Außerdem steckt die mobile Bewerbung längst nicht mehr in den Kinderschuhen, sondern ist inzwischen technisch einwandfrei realisierbar. Studien zu diesem Thema weisen zwar teilweise unterschiedliche Werte auf, allerdings haben die Zahlen alle eines gemeinsam: die Jobsuche über Smartphone und Tablet wächst und wächst und damit auch der Wunsch, v.a. bei Generation Y und Z, sich mobil bewerben zu können.

Wie funktioniert Mobile Recruiting?

Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Als Einstieg lässt sich Mobile Recruiting auch mit einer konventionellen Stellenanzeige kombinieren. Z.B. Mit einem QR-Code auf der Stellenanzeige, den ein Bewerber scannen kann oder mit einem E-Mail Link unter eine Stellenanzeige, an die ein Kandidat via Smartphone/Tablet seine Unterlagen oder seine Xing- bzw. LinkedIn Profil senden kann. In einigen Online-Stellenbörsen können Bewerber auch ihre Unterlagen hinterlegen, sodass sie diese direkt der mobilen Bewerbung anhängen können. Für professionelles Mobile Recruiting ist eine responsive Karriere-Webseite (bedeutet die Funktionalität der Seite ist auf jedem Endgerät gleichermaßen sichergestellt) allerdings Ausgangspunkt. Eine responsive Karriereseite lohnt sich dabei nicht nur fürs Mobile Recruiting, sondern zahlt nebenbei auch auf das Employer Branding und eine positive Candidate Experience ein. Einige Arbeitgeber haben weiterführend auch eigene Job-Apps, die z.B. direkt mit dem Bewerbermanagement-System verbunden sind. Generell ist Mobile Recruiting besonders elegant, wenn es direkt mit einem Bewerbungsmanagement-System verknüpft ist. Bewerbungsformulare sind dann direkt für mobile Endgeräte optimiert. Auch können Daten aus Xing und LinkedIn direkt übernommen werden.

4 Fakten, warum Mobile Recruiting immer wichtiger wird

  • 46 Millionen Personen in Deutschland besitzen ein Smartphone, da ist es nur logisch, dass dieses auch für die Jobsuche genutzt wird
  • 75% der Arbeitgeber denken, dass die Ansprache der Kandidaten über mobile Endgeräte sinnvoll ist
  • 68% der Arbeitgeber meinen, dass es unbedingt notwendig ist, ihr Mobile Recruiting auszubauen, damit Talente aus der Generation Y angesprochen werden
  • Bei 15% der deutschen Arbeitgeber bewerben sich Kandidaten bereits verstärkt über mobile Endgeräte - Tendenz deutlich steigend

3 wesentliche Vorteile von Mobile Recruiting

  • Beschleunigung der Information über mögliche Jobs: Da eine Bewerbung auch von unterwegs möglich ist, können potenzielle Kandidaten wesentlich schneller reagieren. Die Besetzungszeiten einer Stelle können dadurch verkürzt werden und sogar Mitarbeiter aus dem Ausland schnell und unkompliziert angeworben werden.
  • Die Hürde zur Bewerbung wird geringer: während man früher noch Stellenanzeigen in Zeitungen anstreichen, Bewerbungsmappen kaufen und zur Post gehen musste, ist man jetzt nur einem Klick von der Bewerbung entfernt.
  • Die Bewerbungen werden generell kürzer und übersichtlicher, das spart auch Verwaltungsaufwand in der Personalabteilung.

Was spricht gegen Mobile Recruiting?

Insbesondere bei Generation Y und Z ist laut einer Studie von Jobnet der Wunsch sehr groß sich mobil zu bewerben.

Allerdings ist es vielen momentan einfach noch zu umständlich oder schlichtweg zu unübersichtlich, die komplette Bewerbung per Smartphone zu verschicken - was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass viele Unternehmen noch nicht auf mobile Bewerber eingestellt sind und daher noch keine responsive Karriereseite, Job-App o.ä. vorweisen. Ein kleinerer Teil hat auch noch Bedenken aufgrund des Datenschutzes oder die Sorge nicht als seriöser Bewerber zu gelten. Grundsätzlich werden aber die technischen Möglichkeiten stetig weiterentwickelt und Mobile Recruiting längst nicht mehr nur ein Hype der schnell wieder verschwindet. Daher ist es für Arbeitgeber sicher ratsam sich darauf einzustellen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Quelle: Statista, Anzahl der Smartphone Nutzer im Februar 2015**Quelle: Studie „Recruiting Trends 2015“ vom CHRIS und Monster Deutschland