Mobile Recruiting: es führt kein Weg vorbei

Mobile Recruiting ist die Personalgewinnung über mobile Endgeräte wie z. B. Smartphones oder Tablets. Dazu gehören zum einen die Suche nach Informationen über Jobs und Arbeitgeber und zum anderen die Bewerbung auf ausgeschriebene Stellen. Unternehmen möchten Kandidaten immer mehr auch über mobile Kanäle erreichen. Sie müssen dazu die Stellensuche und Bewerbung über mobile Endgeräte immer leichter gestalten.

Die zunehmende Nutzung von leistungsfähigen mobilen Endgeräten prägt diesen Trend maßgeblich: Die Nutzergewohnheiten verändern sich und seit ca. drei Jahren surft die Mehrheit der Deutschen mobil im Internet.

Wird sich Mobile Recruiting durchsetzen?

In der ersten Version dieses Artikels war das noch eine Frage. Heute dürfte klar sein: Mobile Recruiting hat sich schon durchgesetzt!

Ebenso wie Online-Bewerbungen jene auf Papier abgelöst haben, verlagert sich die Jobsuche immer mehr von Desktop-PC auf mobile Kanäle. Der Anteil der Kandidaten, die das Smartphone zur Stellensuche und Bewerbung von zuhause und unterwegs nutzen, hat sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt.*

Und die Tendenz hin zu Mobile Recruiting ist weiter steigend. Denn mittlerweile ist nahezu alles und v. a. in jeder Lebenslage per Smartphone möglich: Taxi bestellen, Lebensmittel einkaufen, Flug buchen, Finanzen checken etc. Apps vereinfachen schlichtweg unser Leben.

Die mobile Bewerbung steckt längst nicht mehr in den Kinderschuhen, sondern ist inzwischen technisch einwandfrei realisierbar. Allerdings nutzen noch nicht alle Unternehmen das volle Potential. Die Jobsuche über Smartphone und Tablet wächst und wächst und damit auch der Wunsch, sich online bewerben zu können. Dies gilt v. a. für jüngere Bewerber der Generationen Y und Z. Falls noch nicht geschehen, sollten Unternehmen zuallererst in eine mobil verfügbare Karriereseite investieren.

Wie funktioniert Mobile Recruiting?

Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Als Einstieg lässt sich Mobile Recruiting auch mit einer konventionellen Stellenanzeige kombinieren. Z. B. mit einem QR-Code auf der Stellenanzeige, den ein Bewerber scannen kann. Oder mit einem E-Mail Link unter einer Stellenanzeige, an die ein Kandidat via Smartphone/Tablet seine Unterlagen oder seine Xing- bzw. LinkedIn Profil senden kann.

In einigen Online-Stellenbörsen können Bewerber auch ihre Unterlagen hinterlegen, sodass sie diese direkt der mobilen Bewerbung anhängen können. Für professionelles Mobile Recruiting ist eine responsive Karriere-Webseite (das bedeutet, die Funktionalität der Seite ist auf jedem Endgerät gleichermaßen sichergestellt) allerdings Ausgangspunkt. Eine responsive Karriereseite lohnt sich dabei nicht nur fürs Mobile Recruiting, sondern zahlt nebenbei auch auf das Employer Branding und eine positive Candidate Experience ein.

Einige Arbeitgeber haben weiterführend auch eigene Mobile Recruiting Apps, die direkt mit dem Bewerbermanagement-System verbunden sind. Das ist dann die eleganteste Lösung. Bewerbungsformulare sind dann direkt für mobile Endgeräte optimiert. Auch können Daten aus Xing und LinkedIn direkt übernommen werden.

Hier kommt dann auch das Social Media Recruiting ins Spiel. Dieses ist eine auf sozialen Netzwerken basierende Methode der Personalbeschaffung. Neben den klassischen Karrierenetzwerken können auch Plattformen wie Twitter, Facebook oder Instagram eine Rolle spielen.

Vier Fakten, warum Mobile Recruiting immer wichtiger wird

  • 57 Millionen Personen in Deutschland besitzen ein Smartphone. Dieses wird zunehmend auch für die Jobsuche genutzt**
  • 90 % der Arbeitgeber denken, die Ansprache der Kandidaten über mobile Endgeräte ist sinnvoll – das sind 15 % mehr als noch 2015*
  • 80 % der Top-1000-Unternehmen erwarten, dass sich ihre Reichweite bei der Kandidatenansprache durch den Einsatz von Mobile Recruiting erhöht*
  • Bei 21 % der deutschen Arbeitgeber bewerben sich Kandidaten bereits verstärkt über mobile Endgeräte - Tendenz deutlich steigend*

Vier wesentliche Vorteile von Mobile Recruiting

  • Beschleunigung der Information über mögliche Jobs: Da eine Bewerbung auch von unterwegs möglich ist, können potenzielle Kandidaten wesentlich schneller reagieren. Die Besetzungszeiten einer Stelle können dadurch verkürzt werden und sogar Mitarbeiter aus dem Ausland schnell und unkompliziert angeworben werden.
  • Die Hürde zur Bewerbung wird geringer: während man früher noch Stellenanzeigen in Zeitungen anstreichen, Bewerbungsmappen kaufen und zur Post gehen musste, ist man jetzt nur einem Klick von der Bewerbung entfernt.
  • Die Bewerbungen werden generell kürzer und übersichtlicher, das spart auch Verwaltungsaufwand in der Personalabteilung.
  • Selbst, wenn Kandidaten ihre Bewerbung nicht mobil absenden, so können Sie über mobile Kanäle und Mobile Recruiting Apps doch auf Stellenanzeigen aufmerksam werden. Die Reichweite für Recruiter erhöht sich also durch Mobile Recruiting.

Was spricht gegen Mobile Recruiting?

Eine komplette Bewerbung per Smartphone zu verschicken ist teilweise noch recht unkomfortabel. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass viele Unternehmen noch immer nicht auf mobile Bewerber eingestellt sind und daher noch keine responsive Karriereseite oder eigene Mobile Recruiting App anbieten.

Ein kleinerer Teil der Bewerber hat auch Bedenken aufgrund des Datenschutzes oder die Sorge, nicht als seriöser Bewerber zu gelten. Grundsätzlich werden die technischen Möglichkeiten jedoch stetig weiterentwickelt und Mobile Recruiting ist längst nicht mehr nur ein Hype. Daher ist es für Arbeitgeber ratsam, sich darauf einzustellen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

*Quelle: Studie „Recruiting Trends 2018“ des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Auftrag der Monster Worldwide Deutschland GmbH

** Quelle: Statista, Anzahl der Smartphone Nutzer im 2018


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