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2019

Social Media Recruiting – ein Überblick

Gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden ist schwierig und wird aufgrund des viel besprochenen Fachkräftemangels zukünftig wohl auch kaum einfacher. Als neuer, effektiver Recruiting Kanal wird daher oftmals Social Media Recruiting gesehen, denn gerade hier vermutet man – und das auch nicht zu Unrecht – v.a. die Generation Y. Auch zeigt die Studie Recruiting Trends 2018 des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) an der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit Monster Worldwide Deutschland, dass 72,6% der Kandidaten ein Profil in einem Karrierenetzwerk wie Xing oder LinkedIn hinterlegen.

Was ist Social Media Recruiting?

Allgemein bedeutet Social Media Recruiting die Personalgewinnung in sozialen Netzwerken. Gemeint sind damit alle denkbaren sozialen Kanäle im World Wide Web. Das heißt Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn, aber auch Kanäle wie Facebook, Youtube, Twitter etc. Dabei geht es darum, die Reichweite dieser Plattformen zu nutzen und potenzielle neue Mitarbeiter direkt anzusprechen.

Professionelle Bewerbermanagement-Software integriert auch Social Media Recruiting, z.B. haben Bewerber die Möglichkeit sich direkt mit ihrem Xing- oder LinkedIn-Profil zu bewerben.

Tipps fürs Social Media Recruiting

1. Social Media Unternehmensauftritt aufbauen

Viele Unternehmen nutzen ihre Social Media Profile hauptsächlich für Marketing Maßnahmen wie z.B. Gewinnspiele oder News aus dem Unternehmen. Einige Unternehmen sind aber auch bereits, neben den Marketing Auftritten, noch mit speziellen Karriere Profilen in den sozialen Medien vertreten. Auf diesen wird ausschließlich Personalmarketing betrieben. Es werden z.B. Karrierethemen und offene Stellen im Unternehmen publiziert. Über die Social Media Profile eines Unternehmens kann aber auch aktiv Employer Branding betrieben werden. Denn auf Arbeitgeber Bewertungsportalen, wie z.B. kununu, können sich Bewerber vorab bereits umfassend über das Unternehmen informieren. Und diese Plattformen werden höchstwahrscheinlich auch noch weiter an Relevanz gewinnen. Top-bewertete Arbeitgeber verschaffen sich hier einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Bevor Sie jedoch Unternehmensprofile in den Sozialen Medien anlegen, sollten Sie sich vorher Gedanken machen, welche Netzwerke für Ihr Unternehmen sinnvoll sind. Auch sollten Sie Ressourcen einplanen, die diese Profile regelmäßig pflegen. Ansonsten kann das geplante Social Media Recruiting schnell ins Gegenteil umschlagen - ungepflegte Social Media Profile wirken auf potenzielle Bewerber extrem unattraktiv. Aufgrund der Reichweite und Art des Netzwerks sind insbesondere Xing und LinkedIn zu empfehlen, aber auch Facebook, Twitter oder Instagram können - je nachdem in welcher Zielgruppe Sie Bewerber suchen - sinnvolle Social Media Recruiting Kanäle sein.

So komplex und vielfältig wie heute war Recruiting noch nie. Mehr denn je konkurrieren Unternehmen in Zeiten von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und digitaler Transformation um die cleversten Köpfe. Gleichzeitig eröffnen sich immer neue Wege, um geeignete Bewerber zu gewinnen. Erfahren Sie mehr in unserem kostenlosen Whitepaper Recruiting - eine Einführung.

Facebook Jobs

Facebook ist in letzter Zeit immer mehr in den Fokus von Social Media Recruiting gerückt, da sich inzwischen über das Netzwerk sogar Stellenanzeigen veröffentlichen lassen, diese werden über den eigenen Newsfeed kommuniziert. Die Nutzer können sich direkt auf Facebook bewerben, anschließend wird der komplette Bewerbungsprozess direkt bei Facebook abgewickelt. Facebook Jobs eignet sich v.a. für regionale und lokale Stellenangebote sowie für kleinere und mittlere Unternehmen.

2. Social Media: Unternehmen müssen von ihren Mitarbeitern lernen

Unternehmen suchen engagierte, talentierte Mitarbeiter mit Bestnoten und idealerweise einigen Jahren Berufserfahrung, die aber gleichzeitig jung sind und sich am besten noch ehrenamtlich einbringen – sprich: Wir suchen die eierlegende Wollmilchsau. Dass es die nicht gibt, ist uns allen klar. Deshalb suchen wir die Kandidaten, die dem am nächsten kommen und weil es von denen auch nicht allzu viele gibt, sind sie auf dem Arbeitsmarkt hart umkämpft. Was sie alle gemeinsam haben: Sie sind Digital Natives und mit dem Internet groß geworden. Deshalb sind soziale, interaktive Netzwerke für das Recruiting der Generation Y unverzichtbar geworden.

Doch Unternehmen hinken im Umgang mit sozialen Medien oft hinterher – sie wissen mit deren Eigenheiten wie Interaktivität, Schnelligkeit, Vernetzung und Kurzlebigkeit häufig nicht richtig umzugehen. Der Einsatz von Social Media im Recruiting bedeutet für sie, die Stellenanzeigen aus Print und Jobbörsen einfach in verschiedene Social-Media-Kanäle einzuspeisen. Doch so funktioniert das nicht. Social (Media) Recruiting muss als soziale Aktivität der Mitarbeiter eines Unternehmens mit ihren zukünftigen Kollegen begriffen werden.

3. Erfolgreich rekrutieren: Mitarbeiter in Recruiting-Prozesse einbeziehen

Die meisten Ihrer Mitarbeiter – sowohl aktuelle, als auch potenzielle neue – sind sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich auf Social Media-Kanälen aktiv. Gleichzeitig sind Ihre aktuellen Mitarbeiter die zukünftigen Kollegen Ihres potenziellen neuen Mitarbeiters. Deshalb sollten sie auch in den Recruiting-Prozess aktiv mit einbezogen werden: Sie sollen sich motiviert fühlen, in ihren eigenen Netzwerken – sowohl online als auch offline – nach geeigneten Kandidaten zu suchen und diese aktiv anzusprechen. So entsteht eine Persönlichkeit und Verbindlichkeit in der Ansprache, die ein Personaler niemals erreichen wird. Gleichzeitig fühlt sich das Team mitverantwortlich, die richtigen Mitarbeiter für das Unternehmen zu finden und zu gewinnen. Erst so wird Social (Media) Recruiting leistbar und erfolgsversprechend.

4. Social Media und Active Sourcing

Active Sourcing meint die direkte Ansprache von potenziellen Mitarbeitern für eine bestimmte Stelle. Streng genommen ist Active Sourcing kein neuer Trend, sondern gibt es schon lange offline, z.B. wenn sich Arbeitgeber bei Hochschulen oder auf Messen präsentieren – oder via Headhunter Kandidaten direkt suchen. Active Sourcing hat aber durch Social Media Netzwerke, insbesondere durch die Business-Netzwerke, wieder verstärkt Aufmerksamkeit bekommen. Denn nie war es so einfach und v.a. so kostengünstig Kandidaten anzusprechen wie auf Xing und LinkedIn. Dazu auch noch genau die Kandidaten mit den vielversprechenden Lebensläufen und der richtigen Erfahrung. Klingt verlockend, dennoch sollte Active Sourcing behutsam betrieben werden. Auch wenn es zunächst für Recruiter toll klingt, eine große Masse an potenziellen Kandidaten zu erreichen- Massennachrichten werden oftmals als negativ wahrgenommen. Erfolgversprechender sind dagegen Nachrichten mit individueller Ansprache.

Die Studie Recruiting Trends 2018 des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) an der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit Monster Worldwide Deutschland zeigt, inzwischen wird eine von zehn Neueinstellungen durch Active Sourcing generiert, in der IT-Branche sind es sogar zwei von zehn Einstellungen - Tendenz steigend.

5. Social Media Recruiting und Recht

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Social Media Recruiting sind generell noch nicht vollständig geklärt. Ein Gesetzesentwurf sieht jedoch vor, dass bei Daten aus sozialen Netzwerken das schutzwürdige Interesse des Bewerbers überwiegt. Daher sind grundsätzlich Recherchen zu einem bestimmten Bewerber für die Datenerhebung bei Facebook nicht gestattet. Bei LinkedIn oder Xing dagegen schon, denn die Datenerhebung darf dann vorgenommen werden, wenn die Eignung des Bewerbers festzustellen ist. Und im Gegensatz zu bspw. Facebook dienen Karriere-Netzwerke ausschließlich zur Darstellung der beruflichen Qualifikation.

6. Social Media Recruiting mit Paid-Ad`s

Das besonders Schöne an Social Media ist, dass es eigentlich kostenlos ist. Jedoch ist eine sehr gute Reichweite auch bei Social Media nicht ganz kostenlos. Wer gezielt ganz bestimmte Kandidatengruppen ansprechen oder schwer zu besetzende Stellen pushen möchte, sollte sich überlegen ob bezahlte Werbeanzeigen (Paid-Ad`s) eine Option sind. Diese Anzeigen gibt es inzwischen in einigen sozialen Netzwerken, z.B. bei Facebook. Mit dem Facebook Werbenanzeigenmanager lassen sich die gewünschte Zielgruppe exakt anhand von Alter, Wohnort und Interessen eingrenzen.