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2019

Die größten Vor- und Nachteile von Social Recruiting

Der Begriff „Social Recruiting“ fasst alle Recruitingmaßnahmen zusammen, die Social-Media-Kanäle nutzen. Das Recruiting in sozialen Netzwerken verspricht eine sehr gezielte Ansprache potentieller Bewerber. Allerdings ist es keineswegs ein Selbstläufer. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Vorteile und Nachteile Social Recruiting hat und wie Sie Misserfolge vermeiden.

Das bringt Social Recruiting

Mit Social Recruiting ist es möglich, auch Kandidaten zu erreichen, die nicht aktiv auf Jobsuche sind. Daher ist es eine gute Ergänzung zur allgemeinen Recruitingstrategie. Weitere Maßnahmen, wie die Teilnahme an Jobbörsen, Einträge auf Stellenportalen oder gesponserte Suchmaschinenanzeigen runden den Recruiting-Mix ab. Durch die Kombination verschiedener zielgruppengerechter Maßnahmen können mögliche Bewerber optimal erreicht werden.

Social Recruiting ist nicht gleich Social Recruiting!

Man kann beim Social Recruiting zwischen zwei Bereichen unterscheiden:

  1. Das direkte Social Recruiting. Hierunter versteht man die Direktansprache von Kandidaten über Social Media und Maßnahmen des Active Sourcings.
  2. Das indirekte Social Recruiting. Gemeint sind hier Werbeeinblendungen auf Social-Media-Plattformen, durch die Bewerber erreicht werden sollen. Der Betrieb einer Social-Media-Präsenz alleine wird hier ausgeklammert, da er eher in den Bereich des Employer Brandings fällt.

Vor allem im Bereich des direkten Social Recruitings lassen sich heute schon Anzeichen einer Übersättigung erkennen. Kandidaten mit besonders gefragten Fähigkeiten erhalten teilweise unerwünscht viele Anfragen, die unter Umständen teil- oder sogar vollautomatisiert an sie versendet werden. Daher gehen die Reaktionen auf diese Form des Recruiting immer stärker zurück.

Hier ist Qualität entscheidend: Statt eine Vielzahl von Kandidaten mit generischen Texten anzuschreiben, zahlt es sich für Recruiter und Personalagenturen aus, Zeit in seriöse und wertschätzende Kommunikation zu investieren.

Die größten Vor- und Nachteile des direkten Social Recruitings:

Übersicht Vor- und Nachteile direktes Social Recruiting

Die größten Vor- und Nachteile des indirekten Social Recruitings:

Übersicht Vor- und Nachteile indirektes Social Recruiting

Diese Fehler im Social Recruiting sollten Sie vermeiden:

  • Die benötigten Fähigkeiten unterschätzen: Sowohl direktes als auch indirektes Social Recruiting erfordert Einarbeitung, Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Wenn Sie Ihr Geld nicht aus dem Fenster schmeißen möchten, sollten Sie überdenken, ob ein Posting, das mit einem vierstelligen Betrag beworben wird, mal eben vom Praktikanten erstellt werden sollte.
  • Die Kosten unterschätzen: Wenn Sie eine gewisse Reichweite generieren wollen, kommen Sie fast nicht umhin, Ihre Postings zu bewerben. Je nach Zielsetzung kann dafür schnell eine vier- oder gar fünfstellige Summe zusammenkommen. Auch direktes Social Recruiting kostet Geld – und zwar durch die Personalkosten und den Zeitaufwand.
  • Social Recruiting „nebenher“ erledigen: Sowohl direktes als auch indirektes Social Recruiting brauchen Zeit, Vorbereitung die Bereitschaft, aus gewonnenen Erkenntnissen zu lernen und gegebenenfalls nachzujustieren. Unterschätzen Sie den Zeitaufwand nicht! Social Recruiting nebenbei zu erledigen ist möglich – wird aber niemals den bestmöglichen Effekt bringen.

Social Recruiting lohnt sich, wenn man es richtig macht

Social Recruiting ist ein wichtiger Bestandteil eines umfassenden Recruiting-Mix. Um es erfolgreich zu nutzen, muss man jedoch akzeptieren, dass auch hierfür Zeit und Geld benötigt werden. Wenn Sie Social Recruiting nur nebenbei oder leidenschaftslos betreiben, werden Erfolge ausbleiben. Vor allem wird es immer wichtiger, sich durch guten Content und eine seriöse Kommunikation positiv von anderen Recruitern abzuheben. Praktische Tipps für Unternehmen, die sich für diese Art des Recruitings interessieren, finden Sie auch im Artikel Social Media Recruiting – ein Überblick.

Über die Autorin:

Ines Bahr ist Content Analyst bei Capterra, der unabhängigen Such- und Vergleichsplattform für Unternehmenssoftware-Käufer. Das Unternehmen bietet verifizierte Nutzerbewertungen und unabhängigeTestberichte in über 700 Softwarekategorien und hilft jeden Monat mehr als drei Millionen Käufern, die passende Software zu finden.